| christleen » blog » Weise Frauen, Amazonen, Hexen » Vom Wissen und von weisen Frauen |
|
10.11.2007 11:51
Vom Wissen und von weisen Frauen
Um eine Gesellschaft zu unterwerfen und eine neue zu etablieren, wurden zuerst immer ihre angesehenen, gelehrten Mitglieder ausgelöscht. Bei den Kelten waren es die Druiden, im Mittelalter die heilkundigen weisen Frauen und Männer. Weise, selbst-bewusste, un-abhängige Frauen waren seit jeher von Geheimnissen umgeben. Meist wurden sie sehr alt, da sie sich mit der Natur und ihren Kräften auskannten. Sie lebten oft abseits, einsam gelegen, um den damaligen gesellschaftlichen Zwängen - besonders gegen Frauen - zu entgehen. Das zog natürlich den Ärger der (nicht nur männlichen) christlichen Bevölkerung auf sich, da niemand, zu damaligen Zeit - unangepasst (heidnisch, von der Gesellschaft unabhängig) Leben durfte. Schon gar nicht die Frauen, die nach christlichem Glauben, den Männern zu dienen hatten und nicht selbstbestimmt, in Freiheit und glücklich - ohne Mann - zu leben hatten. Kräuterfrauen wußten für fast jede Krankheit ein Kraut und stellten gerne ihre Hilfe bereit. Hebammen hatten großes Wissen über Schwangerschaft und Geburt, weshalb sie der aufkommenden (männlichen) Ärtzteschaft ein Dorn im Auge waren. Zuerst nur gedultet, mußten sie später unter männlicher Aufsicht Prüfungen ablegen um weiterhin als Hebamme arbeiten zu dürfen. Es dauerte nicht lange, bis sie "verteufelt" wurden, da sie so manche schwierige Geburt durchführen konnten, für dessen Gelingen die Schulmediziner keine, dem damaligen Wissensstand "normale" Erklärung finden konnten. Seit jeher hatten weise Frauen den Aspekt -gesunde Psyche=gesunder Körper- berücksichtigt, weshalb die Heilungsprozesse oftmals mit heilenden Zauber-Sprüchen begleitet wurden. Heilkundige Frauen, "weise Frauen" und Hebammen standen bei der Bevölkerung in hohem Ansehen. Die damaligen (männlichen) Ärzte dagegen hatten ein sehr geringes Ansehen beim Volk. Ihr Wissen über den Körper der Frau war um vieles geringer, weil die Kirche den Männern eine intensive Beschäftigung mit dem Körper der Frau strikt untersagte.
Im 13. Jahrhundert setzte sich die europäische Heilkunde als Beruf durch. Zunächst waren heilkundige Frauen, die "weisen Frauen" und Hebammen, die Ärztinnen des Volkes. Paracelsus sagte, all sein Wissen hat er von den "weisen Frauen" gelernt. Ihr Ansehen war sehr hoch, sie waren die Vertrauten der Frauen, auch die der Frauen in höheren Gesellschaftsschichten. Die Missionare, die den christlichen Glauben mit allen Mitteln verbreiten wollten, hatten mit verschiedenen Dingen zu kämpfen:
Der Begriffs "Hexe" wurde im frühen Mittelalter, also in der Zeit der Christianisierung, verbreitet. Seit dieser Zeit wurde die "Hexe", nicht länger als gute Helferinnen (zb. Feen, Elfen), sondern als etwas negatives "teuflisches" gesehen. Regeln für Hexen aus dem "Buch der Zaubersprüche" von M. Sonderbergh
SEI IMMER EHRLICH ZU DIR SELBST BEHERRSCHE DIE REGELN DEINER HEXENKUNST LERNE DEIN LEBEN LANG. SEI IMMER NEUGIERIG AUF NEUES WENDE DEIN WISSEN WEISE AN FINDE DEIN INNERES GLEICHGEWICHT UND LEBE DANACH UNTERSCHÄTZE NIE DIE KRAFT DES WORTES LERNE, DICH ZU KONZENTRIEREN LEBE IM EINKLANG MIT DER NATUR RESPEKTIERE DEINE UMWELT ACHTE AUF DEINE GESUNDHEIT MEDITIERE EHRE DIE KRÄFTE DER NATUR Die Wurzeln des deutschen Wortes Hexe finden sich nur im westgermanischen Sprachraum: mittelhochdeutsch Hecse, Hesse, althochdeutsch Hagzissa, Hagazussa, mittelniederländisch Haghetisse, altenglisch Haegtesse: (gespenstisches Wesen) – im modernen Englisch verkürzt zu hag. Allerdings ist nicht nachgewiesen, dass der Begriff Hexe (bzw. dessen Vorgänger) vor der Christianisierung eine Bezeichnung für kultisch tätige Personen war. Es sind auch Menschen mit besonderem Wissen niedere mythische Wesen oder Göttinnen vor- bzw. nichtchristlicher Religionen in Betracht zu ziehen. Hexenmeister oder Hexer sind laut der frühneuzeitlichen Hexenlehre männliche Hexen. Zum Teil wurden sie auch als Zauberer, Zaubermeister, Drudner, Trudner, oder schlicht als „Malefizianten” (Übeltäter) betitelt.
Ein bekannter "Hexenmeister" war: Mathias (Matheus) Perger (* um 1587; † 1645 in Mühlbach (hingerichtet) war ein angeblicher Südtiroler Hexer. Als einer der bekanntesten Magier des Landes sind seine Taten Inhalt zahlreicher Südtiroler Sagen. Der Beiname Der Lauterfresser, stammt von seiner Vorliebe für weiche oder flüssige („lautere“) Nahrung. Er stammte von Tschötsch bei Brixen und bestritt seinen Lebensunterhalt als fahrender Händler und Gelegenheitsarbeiter sowie als Astrologe. Als einer der wenigen Menschen seiner Gesellschaftsschicht konnte er lesen und sogar schreiben. Am 11. Mai 1645 wurde Matthias Perger wegen Verdachts der Hexerei und des Wettermachens verhaftet. Unter schwerer Folter gestand er seine angeblichen Missetaten. Ende des selben Jahres wurde er schließlich dem Urteil gemäß auf dem Richtplatz zwischen Mühlbach und Spinges „zu Pulver und Staub verbrannt“. Des Weiteren ist bekannt, dass seine Geliebte, deren Namen nie gefunden aber am 18. Juni 1591 geboren wurde, einen Sohn erwartete. Der Lauterfresser jedoch leugnete sie und den kommenden Sohn vor Gericht. Ob es heute noch Nachkommen gibt, ist nicht genau bekannt. Mathias Perger hielt sich oft auf dem Friedhof auf. Dort sammelte er Zutaten für seine Arzneien. Er suchte Kreuze von jüngst Verstorbenen, deren Namen er noch kannte, entzifferte die Buchstaben und brachte sich so das Lesen selbst bei. All das verschaffte ihm den Ruf, mit bösen Mächten im Bunde zu sein. Mathias Perger scheint einen gewissen Sinn für Humor gehabt zu haben. Als man ihn, nach der Verurteilung zum Tode auf dem Scheiterhaufen, aus dem Verlies auf Schloss Rodenegg holte, habe er gesagt: „Das wird ein heißer Tag heute“. Quelle: www.wikipedia.de
0 kommentare 0 trackbacks
|
||

